Ich bin ein Tiger.

*EiN*

treibsand

sie steckt bis zur hüfte in ihrer vergangenheit, wie in treibsand. unfähig, sich allein daraus zu befreien.

wie ist sie da reingeraten? nun ja, zum teil war es ihre eigene schuld. sie wurde reingetreten, als sie noch zu klein war um sich zu wehren. dann wurde sie alt genug, aber der glaube daran, dass sie sowieso nicht rauskommen konnte, lähmte sie und ließ sie ein bisschen weiter einsinken. sie begann zu kämpfen, als es schon beinah zu spät war. hin und wieder schaffte sie ein paar zentimeter raus, dann ließen die nächsten nackenschläge sie wieder einsinken. allein war es nicht zu schaffen. und sie war allein.

dann kam er, ihr ritter in der strahlenden rüstung. er reichte ihr die hand und versprach ihr, sie zu retten. doch sie konnte seine hand nicht ergreifen, denn die erfahrung sagte ihr, dass niemand ihr wirklich helfen konnte. trotzdem packte er sie an den schultern und versuchte sie aus dem dreck zu ziehen. lange kämpfte er um sie, geriet zum teil selber in den hinterhältigen treibsand, der nicht mehr loslassen wollte, was in ihn geriet.

er wollte sie wirklich retten und er kämpfte verzweifelt gegen den treibsand und ihre resignation an. doch irgendwann musste er aufgeben, um nicht selbst in den sog zu geraten. und in diesem moment erfasste sie panik. sie wusste, wenn sie jetzt nicht freikam, würde sie versinken. und sie streckte ihm ihre hand entgegen. der lautlose schrei nach hilfe verließ ihre lippen. doch er hörte ihn nicht. er sah nicht, dass sie jetzt bereit war zu kämpfen und es mit ihm gemeinsam schaffen würde.

doch, er sah ihre ausgestreckte hand, er hörte ihren lautlosen schrei. das wurde ihr bewusst, als ihre blicke sich für einen moment begegneten. er wusste, was auf dem spiel stand. und trotzdem reagierte er nicht. er hatte das vertrauen in sie verloren. den glauben daran, dass sie es wirklich schaffen wollte. und als sie das bewusstsein erlangte, dass es ihm egal war, was mit ihr passierte, sank sie noch ein bisschen tiefer ein.

die augen fest auf ihn gerichtet, wurde sie vom treibsand langsam verschlungen. langsam nur, es würde noch lange dauern, bis die zähe masse auch ihre letzten schreie ersticken würde. bis das licht in ihren augen erlöschen würde. bis dunkelheit und einsamkeit sie umfangen würden. 

nur noch ein weiterer versuch von ihm könnten sie retten. doch sie hatte ihre chancen verspielt. 

26.9.07 11:09


*iCh* *biN*
*EiN* *tIgeR*
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